Prime Agent Benchmark 2026: richtig testen

 ·  ca.13 Min. Lesezeit  ·  Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, warum ein offizieller Benchmark nicht als alleinige Abnahme genügt. Sie erhalten ein reproduzierbares Prüfverfahren für Genauigkeit, End-to-End-Laufzeit, vollständige Aufgabenkosten, Langzeitstabilität und Wiederaufnahme nach Unterbrechungen.

Prime Agent Benchmark 2026: richtig testen

Kurzurteil: Ersetzen Sie den offiziellen Benchmark nicht durch Bauchgefühl, sondern durch einen kontrollierten Vergleich: gleiches Modell, gleiches Aufgabenpaket, gleiche Berechtigungen und gleiches Budget für Prime Agent und Ihren bisherigen Coding-Agenten. Erst wenn Aufgabenabschluss, Gesamtzeit, Modellaufrufe und menschliche Nacharbeit gemeinsam besser ausfallen, ist eine Migration vertretbar.

Dieser Beitrag richtet sich an Entwicklungsleiter, die prüfen, ob Prime Agent ihrem bestehenden Coding-Agenten überlegen ist, an Infrastrukturteams, die den Rechen- und API-Bedarf langer Läufe kalkulieren, sowie an KI-Ingenieure, die ein belastbares System für Agent Evals aufbauen möchten.

Zuletzt aktualisiert am 11.08.2026; die Angaben wurden gegen das aktuelle offizielle Repository, die technische Dokumentation zu Evaluationen und die dort beschriebenen Befehle geprüft.

1. Die Abnahmekriterien vor dem Test festlegen

Prime Agent ist laut Repository ein Open-Source-Agent für Coding- und Rechercheaufgaben mit besonderem Fokus auf lange, autonome Arbeitsabläufe. Der Ansatz kombiniert ein dauerhaftes Python-Steuerungsumfeld, programmatische Werkzeugaufrufe, rekursive Subagenten und einen persistenten Harness-Zustand. Sitzungen können nach einer Terminal-Unterbrechung im Hintergrund weiterlaufen und später erneut verbunden werden. Das sind relevante Eigenschaften, aber noch kein Beleg dafür, dass Ihre Produktionsaufgaben zuverlässig abgeschlossen werden. (github.com)

Ein Benchmark ist nur dann für eine Kauf- oder Migrationsentscheidung geeignet, wenn Sie vor dem ersten Lauf schriftlich festlegen:

  • Welche Aufgaben gelten als erfolgreich abgeschlossen?
  • Welche Tests müssen danach bestanden werden?
  • Welche Änderungen darf der Agent vornehmen?
  • Wie viel menschliche Nacharbeit ist noch akzeptabel?
  • Welche maximale Laufzeit und welches Budget gelten pro Aufgabe?
  • Was passiert bei Abbruch, Zeitüberschreitung oder fehlenden Berechtigungen?

Ohne diese Regeln verschiebt sich die Bewertung unbemerkt zugunsten des Systems, das besonders überzeugende Abschlussmeldungen erzeugt. Genau deshalb sollten Sie zwischen drei Ebenen unterscheiden:

  1. Aufgabenabschluss: Die geforderte Änderung wurde im Repository umgesetzt.
  2. Technische Abnahme: Tests, Linter, Typprüfung, Build und Sicherheitsprüfungen bestehen.
  3. Wartbare Lieferung: Der Patch ist nachvollziehbar, begrenzt, dokumentiert und für ein menschliches Team weiterbearbeitbar.

Ein Agent kann die erste Ebene erreichen und an der zweiten scheitern. Er kann auch alle automatisierten Tests bestehen, aber unnötig große Änderungen, hartcodierte Sonderfälle oder schwer wartbaren Code hinterlassen. Ihre interne Abnahme muss deshalb alle drei Ebenen erfassen.

Achtung: Eine grüne Testausgabe beweist nicht automatisch, dass der Agent die eigentliche Aufgabe korrekt gelöst hat. Prüfen Sie zusätzlich, ob Testdateien, Konfigurationen oder geschützte Dateien verändert wurden.

Ist der offizielle Benchmark von Prime Agent vertrauenswürdig?
Er ist als dokumentierter Ausgangspunkt nützlich, aber nicht als alleinige Produktionsgarantie. Die offizielle Dokumentation beschreibt, wie Evaluationen mit einem Environment, einem Modell, einer Anzahl von Beispielen und Rollouts ausgeführt werden. Außerdem lassen sich lokale und gehostete Läufe sowie TOML-Konfigurationen verwenden. Das verbessert die Reproduzierbarkeit, beantwortet aber nicht automatisch die Frage, wie sich Prime Agent in Ihrem Repository, mit Ihren Berechtigungen und unter Ihren Zeitvorgaben verhält. (docs.primeintellect.ai)

2. Die Aufgaben so auswählen, dass sie echte Arbeit abbilden

Ein brauchbarer Prime Agent Benchmark 2026 darf nicht nur aus kleinen, klar abgegrenzten Fragen bestehen. Für eine Coding-Abnahme brauchen Sie Aufgaben mit unterschiedlichen Fehlerbildern und unterschiedlicher Länge. Verwenden Sie dafür einen unveränderten Commit Ihres realen oder realitätsnahen Repositorys und erstellen Sie für jede Aufgabe eine eindeutige Ausgangsbasis.

Mindestens diese Aufgabentypen sollten enthalten sein:

  • Defektbehebung: Ein reproduzierbarer Fehler mit vorhandener Regression oder klarer Fehlermeldung.
  • Dateiübergreifendes Refactoring: Eine Änderung, die mehrere Module, Tests, Schnittstellen oder Konfigurationsdateien betrifft.
  • Testergänzung: Fehlende Abdeckung für einen bestehenden Randfall, ohne die Produktionslogik unnötig umzuschreiben.
  • Fehlerhafte Abhängigkeit oder API-Änderung: Eine Aufgabe, bei der der Agent Dokumentation, Typen und Aufrufer gemeinsam prüfen muss.
  • Langer Diagnosefall: Ein Problem mit mehreren möglichen Ursachen, bei dem Logs, Tests und Quelltext kombiniert werden müssen.

Welche realen Entwicklungsaufgaben sollte Prime Agent bearbeiten?
Nehmen Sie keine Aufgaben, deren Lösung bereits aus einem einzelnen Dateinamen oder einem offensichtlichen Suchtreffer hervorgeht. Gute Testfälle enthalten implizite Nebenbedingungen: eine bestehende API darf nicht brechen, ein bestimmtes Verhalten muss erhalten bleiben, sensible Konfigurationswerte dürfen nicht ausgegeben werden oder ein Patch darf keine Testdateien manipulieren.

Für jede Aufgabe dokumentieren Sie vorab:

  • Start-Commit und Repository-Version;
  • erlaubte Werkzeuge und Netzwerkzugriffe;
  • verwendetes Modell und Sampling-Einstellungen;
  • maximale Laufzeit;
  • maximales Aufruf- oder Kostenbudget;
  • erwartete Testbefehle;
  • geschützte Dateien und verbotene Änderungen.

Die offizielle CLI unterstützt unter anderem eine Angabe des Modells, eine Anzahl von Beispielen, mehrere Rollouts und eine einstellbare Parallelität. Die Dokumentation nennt außerdem TOML-Dateien als Möglichkeit, mehrere Evaluationen mit konsistenten Parametern zu beschreiben. Verwenden Sie eine versionierte Konfigurationsdatei statt manuell eingegebener Einzelwerte, damit ein späterer Vergleich nicht durch vergessene Optionen verfälscht wird. (docs.primeintellect.ai)

3. Die Genauigkeit über drei Prüfschichten erfassen

Die erste Kennzahl ist nicht „richtige Antwort“, sondern gültige Lieferung pro Aufgabe. Bei Coding-Agenten sollte die Bewertung aus automatisierten und menschlichen Signalen bestehen.

Automatische Schicht

Führen Sie nach jedem Lauf eine feste Prüfsequenz aus:

  1. Repository-Status und Diff sichern.
  2. Geschützte Dateien auf Änderungen prüfen.
  3. Bestehende Tests ausführen.
  4. Neue oder versteckte Regressionstests ausführen.
  5. Linter und Typprüfung starten.
  6. Build oder Paketierung prüfen.
  7. Sicherheits- und Geheimnisprüfungen ausführen.

Verwenden Sie mindestens einen Testsatz, den der Agent nicht aus der Aufgabenbeschreibung ableiten kann. Versteckte Tests sind besonders wichtig, wenn die sichtbare Testsuite zu klein ist oder bekannte Testdateien manipuliert werden könnten. Ein Ergebnis darf erst als „bestanden“ gelten, wenn die fachliche Bedingung und die technische Prüfsequenz erfüllt sind.

Code-Review-Schicht

Automatisierte Tests erkennen nicht jede schlechte Lösung. Erfassen Sie daher für jeden Patch mindestens:

  • unnötige Änderungen außerhalb des Aufgabenbereichs;
  • neue globale Zustände oder schwer rückgängig zu machende Nebenwirkungen;
  • fehlende Fehlerbehandlung;
  • unklare Namensgebung und fehlende Dokumentation;
  • übermäßige Abhängigkeiten;
  • Änderungen an Tests, die die Aussagekraft der Prüfung schwächen.

Bewerten Sie die Review nicht nur mit einer Schulnote. Verwenden Sie lieber klar definierte Mängelklassen: blockierend, vor dem Merge zu beheben oder akzeptabel. So bleibt der Vergleich zwischen Agenten nachvollziehbar.

Nacharbeits-Schicht

Messen Sie die menschliche Nacharbeit in Minuten und nach Änderungstyp. Ein Agent, der den Test besteht, aber von einer erfahrenen Person umfangreich bereinigt werden muss, ist nicht gleichwertig mit einem Agenten, dessen Patch direkt reviewfähig ist.

Wie erkennen Sie, ob eine lange Agent-Aufgabe wirklich fertig ist?
Nicht an einer Abschlussnachricht. Lassen Sie den Agenten einen strukturierten Status ausgeben, sichern Sie den Diff und führen Sie anschließend Ihre unabhängigen Prüfungen aus. Bei langen Aufgaben sollte zusätzlich kontrolliert werden, ob das ursprüngliche Ziel erhalten blieb oder ob der Agent nach mehreren Iterationen nur noch lokale Fehler beseitigt hat.

Eine robuste Abschlussbedingung lautet:

Aufgabe erfüllt = fachliche Akzeptanzkriterien erfüllt und versteckte Tests bestanden und kein unzulässiger Diff und Nacharbeit unter dem vorher festgelegten Grenzwert.

Diese Formel verhindert, dass ein selbst gemeldeter Erfolg als tatsächlicher Erfolg gezählt wird.

4. Die Geschwindigkeit als End-to-End-Zeit messen

Die Modellantwort selbst ist nur ein kleiner Teil der wahrgenommenen Laufzeit. Starten Sie die Zeitmessung, sobald der Auftrag an den Agenten übergeben wird, und stoppen Sie sie erst nach dem letzten Prüfkommando oder der menschlichen Übergabe.

Teilen Sie die Dauer in folgende Abschnitte:

  • Initialisierung und Kaltstart;
  • Repository-Analyse;
  • Planung;
  • Modellantworten;
  • Shell- und Dateizugriffe;
  • Wartezeit auf Subagenten;
  • Test- und Buildlauf;
  • Wiederholungen und Fehlerkorrekturen;
  • menschliche Nacharbeit.

Ein kurzer Dialogtest zeigt Ihnen die Reaktionsfähigkeit, aber nicht die Produktionsleistung. Führen Sie deshalb drei Laufklassen aus:

  1. Kurze Aufgabe: Eine klar begrenzte Änderung mit wenigen Dateien.
  2. Mittlere Aufgabe: Mehrere Dateien, Tests und mindestens eine Iteration.
  3. Lange Aufgabe: Diagnose, Refactoring oder Migration mit Unterbrechungs- und Wiederaufnahmeprüfung.

Vergleichen Sie Prime Agent und das bestehende System immer unter identischen Zeitbedingungen. Wenn ein Agent mehr Parallelität verwenden darf, müssen Sie diesen Vorteil als Teil des Betriebsmodells dokumentieren und nicht als reine Modellleistung ausgeben.

Die Prime-Agent-Dokumentation weist darauf hin, dass die Evaluation-CLI Parallelität, Wiederholungen und Zeitüberschreitungen konfigurieren kann. Diese Einstellungen beeinflussen nicht nur den Durchsatz, sondern auch Rate-Limits, Kosten und Fehlerwahrscheinlichkeit. Ein Lauf mit hoher Parallelität ist daher nicht automatisch ein fairer oder produktionsnaher Lauf. (docs.primeintellect.ai)

5. Die vollständigen Kosten pro erfolgreicher Lieferung berechnen

Wie berechnen Sie die Gesamtkosten einer Prime-Agent-Aufgabe?
Addieren Sie nicht nur die Tokens der Hauptantwort. Erfassen Sie die gesamte Aufgabenkette:

[
K_{\text{gültige Lieferung}} =
K_{\text{Hauptmodell}} +
K_{\text{Subagenten}} +
K_{\text{Wiederholungen}} +
K_{\text{Kontextkompaktierung}} +
K_{\text{Werkzeuge}} +
K_{\text{Rechenzeit}} +
K_{\text{Nacharbeit}}
]

Die Formel ist bewusst umfassend. Wenn ein Lauf scheitert, müssen Sie die angefallenen Modell- und Rechenkosten trotzdem verbuchen. Teilen Sie anschließend nicht durch alle gestarteten Aufgaben, sondern durch die Zahl der gültigen Lieferungen. Dadurch wird sichtbar, ob ein scheinbar günstiger Agent wegen vieler Fehlversuche tatsächlich teurer ist.

Erfassen Sie pro Lauf mindestens:

  • Eingabe- und Ausgabevolumen des Hauptmodells;
  • Aufrufe und Laufzeit jedes Subagenten;
  • Anzahl der Retries;
  • zusätzliche Kontextzusammenfassungen;
  • Shell-, Such-, Netzwerk- oder Datenbankzugriffe;
  • belegte Rechenzeit;
  • Minuten für menschliche Korrektur und Abnahme.

Die Plattformdokumentation unterscheidet zwischen lokalen und gehosteten Evaluationen und weist darauf hin, dass bei externen OpenAI-kompatiblen Endpunkten die Modellabrechnung beim jeweiligen Anbieter verbleiben kann. Für Ihre Kostenrechnung müssen Sie daher Umgebungskosten und Modellkosten getrennt protokollieren. (docs.primeintellect.ai)

Warum ist die Fehlerrate für die Kosten wichtiger als der Preis pro Modellaufruf?
Weil jeder erfolglose Lauf bereits Infrastruktur und Modellbudget verbraucht. Ein Agent mit geringeren Einzelaufrufkosten kann bei vielen Wiederholungen, zusätzlicher Kontextverwaltung und menschlicher Übernahme teurer werden als ein leistungsfähigeres Modell mit höherer Ersttrefferquote.

6. Prime Agent und den bisherigen Coding-Agenten fair vergleichen

Wie vergleichen Sie Prime Agent mit einem normalen Coding-Agenten ohne methodischen Vorteil?
Fixieren Sie alle Variablen, die nicht Gegenstand des Tests sind. Dazu gehören Modellversion, Temperatur oder Sampling, Repository-Commit, Aufgabenbeschreibung, erlaubte Werkzeuge, Dateirechte, Netzwerkzugriff, Zeitlimit und Budget. Wenn Sie Prime Agent mit einem anderen Agenten vergleichen, darf nicht ein System auf einem aktuellen Modell und das andere auf einer älteren Version laufen.

Führen Sie danach die Aufgaben in gemischter Reihenfolge aus. Startet immer dasselbe System mit derselben Aufgabenkategorie, können Cache-Effekte, veränderte externe Dienste oder menschliche Erwartungen das Ergebnis verzerren. Jeder Lauf benötigt eine eigene Arbeitskopie oder einen sauber wiederhergestellten Commit.

Ein brauchbares Vergleichsprotokoll enthält:

  • dieselbe Aufgaben-ID;
  • Agent und Versionsstand;
  • Modell und Konfiguration;
  • Start- und Endzeit;
  • Status: bestanden, teilweise bestanden oder fehlgeschlagen;
  • Test- und Review-Ergebnis;
  • Modellaufrufe und Retries;
  • menschliche Nacharbeit;
  • Fehlerursache;
  • vollständigen Diff und Logpfad.

Die offiziellen Evaluation-Werkzeuge unterstützen Ergebnislisten, Detailansichten und die Anzeige einzelner Samples. Nutzen Sie diese Funktionen für die technische Rückverfolgung, aber ergänzen Sie sie um Ihre eigenen Repository-, Kosten- und Reviewdaten. Ein Leaderboard kann Ihnen zeigen, dass ein Lauf erfolgreich bewertet wurde; es zeigt nicht zwangsläufig, ob die Lieferung in Ihrer Organisation mergefähig ist. (docs.primeintellect.ai)

7. Unterbrechung, Zustandsverlust und Berechtigungen gezielt prüfen

Prime Agent ist für lange Aufgaben ausgelegt und bietet laut Repository unter anderem Hintergrundsitzungen, Wiederaufnahme, automatische Kontextkompaktierung, dauerhafte Ziele und Kommunikation zwischen Agenten. Gerade diese Funktionen müssen Sie absichtlich stören, statt sie nur im Normalbetrieb zu beobachten. (github.com)

Führen Sie mindestens diese Unterbrechungstests aus:

  1. Starten Sie eine Aufgabe und trennen Sie das Terminal während der Planung.
  2. Verbinden Sie sich später erneut und prüfen Sie den Status.
  3. Unterbrechen Sie den Lauf während eines Tests oder Builds.
  4. Starten Sie den Prozess erneut und kontrollieren Sie, ob bereits erledigte Schritte doppelt ausgeführt werden.
  5. Entziehen Sie eine nicht benötigte Berechtigung und dokumentieren Sie das Verhalten.
  6. Prüfen Sie nach einem Fehler, ob Ziel, Diff und Arbeitsnotizen erhalten bleiben.
  7. Kontrollieren Sie, ob ein Subagent nach der Wiederaufnahme noch mit einem veralteten Zwischenstand arbeitet.

Achten Sie besonders auf doppelte Migrationen, wiederholte Dateiänderungen, verlorene Testausgaben und stillschweigende Zielverschiebungen. Bei produktiven Repositories sind außerdem DSGVO- und Geheimnisfragen relevant: Prüfen Sie, welche Quelltexte, Logs, Zugangsdaten oder Prompts an externe Endpunkte gelangen. Die Datenschutzhinweise von ZavCloud sollten Sie vor einem externen Testlauf mit Ihrer internen Datenklassifizierung abgleichen.

Erfahrung aus der Abnahme: Ein wiederaufgenommener Agent darf nicht nur „weiterlaufen“. Er muss nachweisen können, welchen Zustand er wiederhergestellt hat, welche Schritte bereits abgeschlossen sind und welche Dateien seit dem letzten Checkpoint verändert wurden.

8. Mit einer Entscheidungslogik statt mit einem Gesamtscore entscheiden

Ein einziger Gesamtscore verschleiert Zielkonflikte. Nutzen Sie stattdessen diese Bedingungen:

  • Wählen Sie „weiter testen“, wenn Prime Agent bei mindestens einer Aufgabenkategorie besser abschneidet, aber Unterschiede bei Kosten, Nacharbeit oder Wiederaufnahme noch nicht belastbar sind.
  • Wählen Sie „begrenzt ausrollen“, wenn die Aufgabenabschlussrate mindestens gleichwertig ist, versteckte Tests zuverlässig bestanden werden, die Nacharbeit beherrschbar bleibt und lange Läufe ohne unzulässige Doppelaktionen wiederaufgenommen werden können.
  • Wählen Sie „Migration vorbereiten“, wenn Prime Agent bei Ihren priorisierten Aufgaben sowohl die gültige Lieferquote als auch die Kosten pro gültiger Lieferung verbessert und die Infrastrukturgrenzen dokumentiert sind.
  • Wählen Sie „zurück zum bisherigen Agenten“, wenn der Vorteil nur aus kürzeren Modellantworten besteht, aber End-to-End-Zeit, Fehlerrate oder menschliche Nacharbeit schlechter ausfallen.
  • Wählen Sie „vorerst nicht migrieren“, wenn Berechtigungen, Datenschutz, Netzwerkzugriff oder Zustandswiederherstellung nicht ausreichend kontrolliert werden können.

Diese Logik zwingt Sie, Genauigkeit, Geschwindigkeit, Kosten und Stabilität getrennt zu betrachten. Sie verhindert außerdem, dass ein gutes Ergebnis bei kurzen Aufgaben eine unzuverlässige Leistung bei langen Refactorings überdeckt.

9. Die passende Ausführungsumgebung aus den Ergebnissen ableiten

Für den ersten Vergleich brauchen Sie keine dauerhaft reservierte Infrastruktur. Entscheidend ist, dass beide Agenten dieselbe reproduzierbare Umgebung erhalten und Logs, Repositories sowie Zugangsdaten voneinander getrennt bleiben.

Einsatzsituation Geeignete Umgebung Worauf Sie bei der Abnahme achten sollten
Einzelne kurze Tests und lokale Entwicklung Eigene Arbeitsstation oder isolierte Testinstanz Kaltstart, Berechtigungen, lokale Abhängigkeiten und reproduzierbare Snapshots
Mehrere parallele Benchmark-Läufe Geteilte, aber pro Lauf isolierte Umgebung Konkurrenz um CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerk, API-Limits und Logspeicher
Lange Aufgaben mit Wiederaufnahme Dedizierte Umgebung mit persistentem Arbeitsverzeichnis Terminal-Abbruch, Statuswiederherstellung, Checkpoints und doppelte Aktionen
Vergleich vor einer Beschaffung Zeitlich begrenzte Cloud-Umgebung identisches Image, gleiche Zugangsdatenregeln, vollständige Kosten- und Laufzeitprotokolle
Dauerhafter hoher Durchsatz Eigene oder reservierte Infrastruktur Auslastung, Wartungsfenster, Datenschutz, Skalierung und Notfallbetrieb

Wenn Sie zunächst nur eine belastbare Baseline benötigen, kann eine isolierte Cloud-Mac-Testumgebung von ZavCloud sinnvoller sein als der sofortige Kauf einer eigenen Arbeitsstation. Für Fragen zu Zugang, Wiederherstellung und Betriebsgrenzen können Sie zusätzlich das Hilfe-Zentrum von ZavCloud heranziehen. Die Umgebung ersetzt nicht Ihre Testmethodik; sie macht den Vergleich lediglich kontrollierbarer.

10. Vom Benchmark zur Beschaffungsentscheidung gelangen

Ein interner Prime-Agent-Test sollte mit einem reproduzierbaren Paket enden, nicht mit einer einzelnen Rangliste. Bewahren Sie Aufgaben, Ausgangs-Commits, Konfigurationen, Logs, Diffs, Kostenprotokolle und Reviewentscheidungen gemeinsam auf. Nach einem Update des Agenten, des Default-Modells, der Harness-Architektur oder der Evaluation-Methode müssen Sie die relevanten Läufe wiederholen.

Die offizielle Installation für macOS und Linux lädt eine versionierte Veröffentlichung und prüft laut Repository deren SHA-256-Prüfsumme. Gleichzeitig weist die Dokumentation ausdrücklich darauf hin, dass Prime Agent modellgenerierten Python-Code und Projektbefehle mit den Berechtigungen des Benutzers ausführt und keine vollständige Sicherheits-Sandbox darstellt. Für untrusted Code oder fremde Anweisungen ist daher eine externe, eingeschränkte Umgebung erforderlich. (github.com)

Das ist auch der wichtigste Unterschied zwischen einem Demo-Test und einer produktionsnahen Abnahme: Sie bewerten nicht nur, ob der Agent eine Aufgabe lösen kann, sondern ob er dies unter Ihren Sicherheits-, Kosten- und Wiederherstellungsbedingungen wiederholt leisten kann.

Wenn Ihre aktuelle Lösung auf einer lokalen Arbeitsstation läuft, entstehen dabei oft drei reale Nachteile: lange Aufgaben blockieren den Entwicklerrechner, parallele Läufe konkurrieren um lokale Ressourcen und ein abgebrochenes System ist schwer standardisiert wiederherzustellen. Eine dauerhaft eigene Maschine ist für regelmäßige, stabile Schwerlast sinnvoll, aber für eine zeitlich begrenzte Prime-Agent-Prüfung häufig unnötig. Wenn Sie zunächst nur eine isolierte Testbasis benötigen, kann das Mieten einer Mac-Umgebung bei ZavCloud die bessere Zwischenlösung sein: Sie erhalten einen getrennten Arbeitsplatz, können dasselbe Image für beide Agenten verwenden und treffen die Kaufentscheidung erst nach Ihren eigenen Laufzeit-, Kosten- und Abnahmedaten.

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